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Molo, ungani? – Hallo, wie geht’s? – sind die Khosa-Worte, die wir als erstes gelernt haben und die wir hier sehr oft benutzen. Alle unsere Nachbarn – und es sind viele! – sind sehr nett und neugierig auf die „Umlungus“, die Weißen im Township. Viele fragen uns immer wieder ungläubig, ob wir wirklich hier wohnen. Umlungus im Township sind nicht alltäglich.

Apropos Alltag: Auch für uns ist das Leben in Khayelitsha eine ganz neue Erfahrung. Schon auf der Fahrt in unser neues Zuhause durchleben wir den Wandel von der einen in die andere Welt. Diese für uns neue Welt – das Leben im Township – ist schwer zu erklären. Hier ein Versuch:

Wir leben hier alle unter einem kleinen Dach: Tommi, Khosi, die Kinder Arthi, Asi und Nelson und wir zwei. Es  ist eng und auf eine einfache Art irgendwie gemütlich. Auf jeden Fall ist immer etwas los, wenn uns die Kinder aus dem Viertel besuchen kommen, um zu sehen, was die „Umlungus“ heute machen.

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Genau das macht das Leben im Township aus. Hier reihen sich kleine Häuschen und Blechhütten aneinander. Auf einer Fläche, die nur etwas größer ist als die der Insel Borkum mit ihren rund 5.300 Einwohnern, leben hier mindestens eine Million Menschen. Der Vergleich mit einer Insel ist treffend: Auch das Township wirkt separiert und abgeschnitten von Kapstadt. Khayelitsha hat ein „Eigenleben“ mit einer eigenständigen Infrastruktur für den Bedarf des alltäglichen Lebens.

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Das Leben findet hauptsächlich auf der Straße statt, insbesondere für die Kinder. Was auf uns lebendig wirkt und uns manchmal sogar romantisiert an eine unbeschwerte Kindheit mit langen Tagen an der frischen Luft zusammen mit vielen anderen Kindern erinnert, hat hier einen ganz ernsten Hintergrund.

Ungleich verteilte (Bildungs-)Chancen führen zu Arbeits- und Perspektivlosigkeit – mit allen Konsequenzen. Am meisten leiden darunter die Kinder. Sie werden vernachlässigt, bekommen häufig nichts zu essen und sind oft ganz allein auf sich gestellt. Sie verbringen ihre Zeit auf der Straße und sind hier vielen Gefahren ausgesetzt.

Vor dem Hintergrund dessen, was wir hier erfahren, sehen und erleben, arbeiten wir mit Hochdruck daran, dass wir unser Ubomi-Haus in ein paar Tagen eröffnen können. Unseren deutschen Eifer an die südafrikanische Gelassenheit anzupassen, ist deswegen nicht immer ganz leicht für uns. Belohnt werden wir jedoch dann häufig mit interessanten und manchmal lustigen Begebenheiten – und am Ende des Tages ist dann auch ein langwieriger Kühlschrankkauf erfolgreich abgeschlossen.

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Die Einrichtung des Ubomi-Hauses braucht seine Zeit – ebenso wie das Eintauchen in die neue Kultur und neue Strukturen. Wir treffen dabei viele wichtige Entscheider, Partner und unsere südafrikanischen Vorstandsmitglieder, die uns helfen, die Bedürfnisse noch besser zu verstehen und Ubomi mit der Township-Community zusammen aufzubauen. Unabhängig vom geregelten Aufbau „passiert“ Ubomi schon jetzt hier bei uns zuhause: Unser Haus ist zum Treffpunkt vieler Kinder geworden, die mit Feuereifer helfen und auch gern mit uns spielen.

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Zu erleben, wie die Kinder hier im Township aufwachsen, ist für uns schon sehr besonders. Wir sind gespannt, wie unsere Vorstandsvorsitzende Zodwa ihre Kindheit in Khayelitsha erlebt hat. Davon wird sie hier im kommenden Blogbeitrag berichten. Bye bye!

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